Der Bundesgrenzschutz – eine besondere Truppe
Der BGS (BundesGrenzSchutz) war die Polizei des Bundes – truppenmaessig gegliedert als Polizeitruppe. Gegründet auf Beschluss des Bundestages vom 15. Februar 1951, gestützt auf Art. 87 Abs. 1 des Grundgesetzes, prägte er Jahrzehnte lang Deutschlands innere Sicherheit und Grenzschutz.
Chronik des BGS
Forderung nach Wiederbewaffnung
Am 2. und 17. Mai 1950 forderten die alliierten Vereinigten Stabschefs die Wiederbewaffnung Westdeutschlands. Westdeutschland sollte 5.000 Mann Bundespolizei – genannt „Staatsschutz" – aufstellen dürfen.
„Die Vereinigten Stabschefs sind der festen Überzeugung, dass aus militärischer Sicht die angemessene und frühe Wiederbewaffnung Westdeutschlands von grundlegender Bedeutung für die Verteidigung Westeuropas gegen die UdSSR ist."
Geburtsstunde des BGS
Das erste Bundesgrenzschutz-Gesetz wird im Bundesgesetzblatt verkündet. Die Stärke wird zunächst auf 10.000 Mann festgelegt. Die erste Grenzschutzabteilung entsteht Ende Mai 1951 in Lübeck.
Erster Seegrenzschutzverband
Aufstellung des ersten Seegrenzschutzverbands. Am 19. September 1951 wird dem BGS auch der Bundespasskontrolldienst übertragen. In den Anfangsjahren ist der BGS mehr militärisch als polizeilich organisiert und gilt als Vorläuferorganisation der Bundeswehr.
Aufstockung auf 20.000 Mann
Die Sollstärke des BGS wird auf 20.000 Mann erhöht. Bis 1955 wächst der BGS auf 17.000 aktive Beamte an.
Gründung der Bundeswehr – die „Option"
Im Zuge der Bundeswehrgründung wechseln 57 Prozent der BGS-Angehörigen zur Bundeswehr. Der Seegrenzschutz in Nord- und Ostsee wird zur Basis der neuen Bundesmarine. Erst 1964 wird wieder ein eigener BGS-Seeverband aufgestellt.
Kombattantenstatus
Vor 1965 waren BGS-Beamte faktisch als Kombattanten eingestuft. Von 1965 bis 1994 ist dieser Status ausdrücklich gesetzlich geregelt. Noch bis Mitte der 1980er Jahre ist der BGS mit leichten und mittleren Infanteriewaffen ausgestattet.
Ende des BGS – Geburt der Bundespolizei
Der Bundesgrenzschutz wird in Bundespolizei umbenannt und erhält neue, erweiterte Aufgaben. Die Ära des „alten BGS" endet offiziell.
Taktische Zeichen im BGS
1. Vor der Option 1956
Die taktischen Zeichen im BGS orientierten sich noch an den Zeichen der deutschen Wehrmacht. Sie bestanden aus 4 Grundfarben und geometrischen Formen, um Einheiten den vier Grenzschutzkommandos zuzuordnen.
| Kommando | Farbe | Form |
|---|---|---|
| GSK Süd | Weiß | Rechteck |
| GSK Mitte | Rot | Rechteck |
| GSK Nord | Gelb | Rechteck |
| GSK Küste | Blau | Rechteck |
Die Grenzschutzabteilungen innerhalb eines GSK führten ein Dreieck, die Hundertschaften einen Kreis im auf der Spitze stehenden Dreieck – jeweils in der Farbe ihres Kommandos.
Beispiel: 4. Hundertschaft GSA Nord II → Kreis in Blau im Dreieck
2. Nach der Option 1956 (Stand: 1964)
Nach dem Wechsel vieler Beamter zur Bundeswehr wurden die taktischen Zeichen grundlegend überarbeitet und an die neue Struktur des BGS als Bundespolizeitruppe angepasst.
Amtsverschwiegenheit
Diese Webseite wurde nach bestem Wissen so erstellt, dass auch nach Jahren nach Ausscheiden aus dem BGS nicht gegen die Amtsverschwiegenheit verstoßen wird.
Amtsverschwiegenheit nach BBG (Bundesbeamtengesetz) vom 14.7.1953 in der Fassung vom 1. Oktober 1961, § 28 Nr. 1 BBG: Der Beamte hat, auch nach Beendigung des Beamtenverhältnisses, über die ihm bei seiner Tätigkeit bekanntgewordenen Angelegenheiten Verschwiegenheit zu bewahren.
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